Indien: So wäre unsere Einreise noch leichter gewesen

„Sie machen sicherlich Yoga?“ Die freundliche Lufthansa Mitarbeiterin blickt über ihren Brillenrand und lächelt uns an. „Auf den Bildern in Ihren Pässen sehen Sie älter aus als jetzt. Das ist meistens so bei Menschen, die Yoga machen.“ Ich nicke überrascht und schon redet sie vorsichtig weiter: „Ich habe auch mal Yoga gemacht und würde das gerne wieder machen.“ Ich gebe ihr eine Visitenkarte von diesem Blog und sage ihr, dass sie in den Beiträgen den Link zu unserem Guruji finden kann, Madhukar. „Schauen Sie da ruhig öfters rein, er kommt sicher auch wieder nach Frankfurt.“ Ich spüre, dass Sie sich gerne länger darüber unterhalten würde. „Nein, wir machen dort keine Asanas – es reicht in seiner Präsenz zu sitzen.“ Aber wir müssen weiter – und sie muss auch weiterarbeiten. Ich frage noch, ob die Koffer in Mumbai durchgecheckt werden – sie bestätigt es, ja werden sie.

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Für solche Momente lohnt sich eine anstrengende Reise…

Flugzeit ist Filmzeit

Unser Flug nach Mumbai ist kurzweilig. Ich sehe mir zwei Filme an, die ganz unterschiedlich sind. Eine schöne Einstimmung auf das uns bereits so bekannte Land. Diese beginnt mit einer 13 jährigen Inderin, die den Mount Everest besteigt und dadurch ganz vielen Mut und Kraft gibt, die Schule zu besuchen – den Mädchen genauso wie den Eltern. Diese möchten auch heutzutage die heranwachsenden Kinder lieber zur Arbeit aufs Feld schicken als auch noch Schulgeld für die Mädels zu bezahlen – die sie ja dann später teuer verheiraten müssen. Das mit der Feldarbeit war bei uns auch so – aber bereits vor 100 Jahren. Meine Urgroßmutter musste im Steinbruch arbeiten und durfte nur bis zur 7. Klasse zur Schule gehen. Das Geld, das sie da verdiente war wichtig für die Familie. Falls sie nicht mit ihr zufrieden waren, bekam sie kein Essen und sie musste an diesem Tag hungern. Aber das ist ja eine ganz andere Geschichte. Der andere Film Viktoria & Abdul – ein Film den ich letztes Jahr leider verpasste und der vor ungefähr 100 Jahren spielte. Ein Inder, der das Herz der englischen Königin erobert, ganz herzberührend. Und ich bin froh, dass ich „asian vegetarian food“ bestellt habe – das schmeckt mir einfach besser als das normale vegetarische Essen.

Flughäfen sind kein Platz, um viel Zeit zu verbringen

Wir sind sehr froh, genügend Zeit zu haben bis der Anschlussflug weitergeht – und dass wir unser Gepäck nicht abholen müssen so wie das schon oft war. Die Erleichterung hält nicht sehr lange – denn die indische Bürokratie ist immer für eine Überraschung gut. Und für ganz lange Warteschlangen. Wir warteten geschlagene 3 Stunden an den Schaltern der Einreise und bekommen mit, dass aufgrund mangelnder Information und auch aufgrund mangelndem Selbstvertrauen von jungen Reisenden der ein und auch die andere ihren Anschlussflug verpasst. Das ist bitter.

Da wäre einiges zu verbessern

Ein extra Schalter für Eltern mit kleinen Kindern, Behinderten und Älteren Menschen im Rollstuhl (die einfach nicht solange warten können) und jemand, der dafür Sorge trägt, dass jeder seinen Flug erwischt hätte die Lage für alle entspannt. Mein Mann sorgt auch für gute Stimmung. Begeistert sagt er zur Frau mit dem ‚I didn’t vote for Trump‘ T-Shirt neben uns: „Sie machen das genau richtig. Der einzige Weg, wie wir hier gut durchkommen ist viel zu lachen.“ Wer also mit e-TV Visum nach Indien einreist, der plane bitte am Ankunftsflughafen Zeit ein für die Warteschlangen, die entstehen können. Zum Glück können wir uns dann an den nächsten langen Schlangen am Zoll mit unserem Handgepäck vorbei drängeln – jetzt wird es auch für uns langsam eng, den Flug zu bekommen. Noch eine Schlange an der Sicherheitskontrolle und wir haben es geschafft: von ursprünglich 4,5 Stunden bis zum nächsten Flug sind noch ganze 5 Minuten übrig bis wir an Bord gehen. So kann man sich eine Nacht auch um die Ohren schlagen.

Sollte man aber nicht. Aus mehreren Gründen

Das erfahren wir zumindest am nächsten Tag am Strand. Toni, der Inder, der schon seit Jahren mit seiner deutschen Frau in Deutschland lebt und viel reist empfiehlt uns, mit Katar über Dohar oder mit Etihad über Abu Dhabi einzureisen. Hier findet die Zollkontrolle und die Einreise jeweils am Flughafen in Goa statt und geht viel schneller. Es gibt wohl auch einen Nachtflug, der auf Frankfurt über Delhi geht, bei dem der Zoll auch erst in Goa abgefertigt wird. Sowas hätte man wissen sollen… und wir sammeln weiter Informationen, die uns für unsere Weltreise nützlich sein können.

Unser Gepäck kam zwei Tage nach uns an.

Aber es wurde durch durchgecheckt? Nein, wurde es nicht – es war eine Fehlinformation. Aber jetzt ist Schluß für heute, diese Geschichte gibt es in nächsten Beitrag.

Was hätte uns die Reise erleichtert?

  • Wenn wir der freundlichen Dame von Lufthansa nicht geglaubt hätten, dass unser Gepäck durchgecheckt werde – aber vielleicht hätten wir dann den Anschlussflug verpasst?
  • Wenn wir einen anderen Flug gebucht hätten (bei dem die Zollkontrolle direkt in Goa stattgefunden hätte.
  • Wenn wir kein e-TV Visum beantragt hätten, sondern mit bereits gültigem Visum im Pass eingereist wären (da waren die Schlangen bedeutend kürzer – ich rede von Stunden an Wartezeit, die die anderen nicht hatten).

Mein Flug-Film bei Amazon:

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Fotos: Shivani Vogt (cc)

 

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