Tageswanderung zum Raichberg von Hechingen, 20 km

„Wie kommen Sie denn dazu, in Ihrer Heimat wandern zu gehen?“, fragt uns der junge Mann, der uns zu unserm Auto fährt.  Leider regnet es heute und wir können die geplante Strecke nicht gehen. Leise hatte ich gehofft, die Wettervorhersage stimmt nicht – wie schon so oft. Leider hatte sie recht behalten. Aber die Tour am Samstag hat sich gelohnt. Wir hatten 20 km schöne Wanderstrecke von Hechingen zum Raichberg, über viele Stellen mit Zollerblick und vielen neuen Erfahrungen.

Los gehts in Hechingen

Wir starten unsere Tour am Hauptbahnhof in Hechingen. Von dort gehen wir nach Beuren hoch, wo wir nach eineinhalb Stunden eine Pause einlegen zum Essen. Bei meiner Recherche finde ich keine Information, ob wir in Beuren einkehren können, ob eine Kneipe oder Gastwirtschaft geöffnet hat. Wir entscheiden uns spontan für’s Jockele – das wir zufällig entdecken. Es gibt – oh Wunder – vegetarische und vegane Kost und Speise – und das alles ohne irgendwelche Nahrungsmittel-Zusätze. Was für eine seltene Begebenheit in der heutigen Zeit. Gut verkostet und eingekehrt kommen wir bei der Gaststätte Dreifürstenstein vorbei. Hier empfiehlt uns ein Gast, der mit seiner betagten Mutter gerade zum Mittagstisch geht: „Hier müssen Sie unbedingt rein, ich habe das vor 4 Wochen entdeckt und war seither bereits 10 Mal hier, das lohnt sich.“ „Oh je, jetzt haben wir gerade gut im Jockele gegessen – dann haben wir wohl was falsch gemacht?“ Überzeugt entgegnet er: „Ja, das ist so kreativ und eher vegetarisch – vegan ausgerichtet.“ Dann haben wir ja alles richtig gemacht. Für die Pause in Beuren ist auf jeden Fall gesorgt – Vegetarier, Veganer und Fleischliebhaber kommen alle auf ihre Kosten.

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Von da geht die Wanderung weiter durch das Heiligenbachtal. Hier zeigt sich der Wald in einer sehr intensiven, aber lieblichen Stimmung. Überall moosbewachsen, der Heiligenbach schlängelt sich geheimnisvoll zwischen Wurzeln durch – auch mit kleinem Wasserfall und es geht über ein kleines Brückchen. In Schlatt angekommen zeigt schließlich die Starzel ihr Gesicht – wundervoll, in diesem Tal lohnt sich wohl auch ein Spaziergang oder eine Wanderung.

Überall Hexenhäuschen

Es geht durch die Straßen der kleinen Ortschaft, vorbei an manchem Hexenhäuschen, die nicht nur zu Halloween dort stehen. Wir sprachen mit dem Bastler, es werden wohl immer mehr. Und wir sollen auf dem Weg zum Raichberg hoch unbedingt an dem Wasserfall vorbeigehen – was wir gemacht haben. Hier wünschte ich mir fast mehr Zeit zum Verweilen. Haben wir nicht gemacht – sonst wären wir nicht mehr bei Tageslicht oben angekommen.

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Von da an in den Wald und immer weiter nach oben

Der Gipfel unserer Anstrengung ist eine Steigung, vor der wir lange überlegen, ob wir sie wirklich machen sollen. Wir entschieden uns dafür und werden belohnt. Zollerblick, Traufweg, ebene Strecke, wundervoller Weg und immer wieder Aussichtspunkte mit atemberaubender Aussicht. Raus aus dem waldigen Gebiet geht es schließlich über Wachholderheide vorbei an mächtigen Bäumen und auch Baumleichen zum Nägelehaus auf dem Raichberg. Wir trinken kurz was im Nägelehaus bevor wir uns auf machen zu unserem Tagesziel: dem Zollersteighof. Hier übernachten wir. Bis 20 Uhr gibt es Essen und danach noch einen Saunagang. Der Körper ist 20 km zu gehen gar nicht gewöhnt – fühlt sich aber angenehm an nach dieser schönen Anstrengung und nach diesem ausgiebigen Farbbad in den schwäbischen Herbstwäldern.

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Leider wird’s nichts mit der Tour am Folgetag

Wetterbedingt lassen wir uns am Sonntag wieder zurück zu unserem Auto fahren. Das steht in Hechingen am Bahnhof. Eigentlich hatten wir geplant, nach Balingen zum Bahnhof zu gehen und dann mit dem Zug zurück zum Ausgangspunkt. Wir wollten weitere 16 km durch die schwäbische Landschaft gehen, leider wurde dieses Mal nichts draus. Ach ja – warum wir in der Heimat wandern? „Weil’s do sche isch!“

Einen Plan der Wanderung gibt es bei komoot. Und was mich auch begeisterte auf den 20 km an diesem Samstag: ein einziges „Bombolesbabierle“ habe ich gefunden. Zu deutsch: es gab so gut wie keinen Müll auf der Strecke, toll.

Literatur dazu bei Amazon:

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Fotos: Shivani Vogt (cc)

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