Wem soll man denn da noch vertrauen?

Wolfgang Schorlau kommt nach Tübingen und liest aus seinem neuen Buch. Der neue Fall führt Privatermittler Dengler in die Neo-Nazi-Szene.  Natürlich muss ich hingehen zur Lesung.

Bisher habe ich nur einen einzigen seiner Krimis gelesen

Natürlich den Medizin-Krimi „Die letzte Flucht“. In einem Nebenstrang geht es um den Schwarzen Donnerstag (30.9.2010), an dem in Stuttgart ein brutaler Polizeieinsatz gegen Stuttgart21 Gegner stattfand. Aber hauptsächlich handelt er von der packenden Geschichte wie die Pharmaindustrie ihr Geld verdient. Der Krimi ist ein MUSS für jeden, der im Gesundheits-System beschäftigt ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Schorlau liest aus „Die schützende Hand“

Der obere Saal im Museum in Tübingen glänzt herrschaftlich, auf der Bühne steht ein einzelner Tisch mit Stuhl bereit, ein Glas Wasser und ein Mikrofon.  Dengler, äh Schorlau betritt die Bühne und stellt erst sich, dann seinen Protagonisten vor. Nicht von Anfang an war das eine Erfolgsgeschichte, aber sehen und hören Sie selbst:

Der schwäbische Privatermittler, der im Bohnenviertel wohnt ist ein echter Schlawiner und ihm fehlt natürlich ständig Geld. So wie es sich für einen echten Privatermittler gehört. Nicht in der achten Folge – dafür hat sich Dengler von seinem Schreiber ein hohes Honorar ausgehandelt. Schorlau erzählt wie in seinem Gehirn in Köln bei einem Gespräch mit einem Zeitzeugen die Idee für seinen nächsten Krimi entfacht wird und beginnt zu lesen. Die Zeilen aus dem Buch sind genauso fesselnd wie die einführende Geschichte und was er sonst so erzählt. Beifall als er sich abschließend verbeugt.

Fragen an den Autor

Ob er schon Drohungen bekommen habe? Er schüttelt den Kopf. Woher er die ganzen Informationen erhalte? Dieses Mal habe er zum ersten Mal einen Rechercheur hinzugezogen. Woher der seine Informationen habe wisse er nicht. Ob es sich denn um Tatsachen handle, oder ob die Inhalte seiner Krimis Fiktion seien? Die Tatsachen seien wahr – was er erfinde seien die Personen und die Handlungsstränge. Aber die Inhalte entsprächen der Realität! Das schockt mich – ich hatte angenommen und auch still gehofft, dass es alles nur Geschichten sind. Das beschäftigt meinen Kopf. In Gedanken verlasse ich das Gebäude. Viele reihen sich ein, um ihren Wunsch nach einer Signatur in ihr Buch zu erfüllen. Uns ist es wichtiger, schnell nach Hause zu kommen. Auf dem Weg in die Tiefgarage unterhalten wir uns und merken, dass die wichtigste Frage nicht gestellt wurde. Ein Paar, das auch von der Lesung kommt nickt uns zu und sagt: „Darüber haben wir auch gerade gesprochen.“ und stecken ihr Parkticket in den Automaten.

Und jetzt?

Mir wird klar: Wenn die Fakten alle stimmen, dann läuft hier etwas mächtig schief. Ob das schief läuft, was uns die Medien glauben machen wollen, bezweifle ich mittlerweile kräftig. Was wird hier gespielt? Wem kann man hier noch vertrauen? Meine Großmutter und meinen Großvater fragte ich als Kind: „Hast Du damals im Dritten Reich etwas getan, damit es aufhört? Konntest Du etwas tun, damit es aufhört?“ Beide schwiegen sie mit gesenktem Blick. Jetzt sehe ich mich ehrlich gesagt in einer ähnlichen Situation. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, etwas zu tun. Was kann man denn tun? Das einzige, das mir jetzt einfällt ist, dass ich darauf vertraue was seit Jahren meine Erfahrung ist: „Stille ist die größte Kraft im Universum.“ Ich habe selber oft genug erlebt, dass die Welt still steht in dieser Präsenz und bin davon überzeugt, dass dies Frieden schafft. Und den brauchen wir dringend!

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